Specula Temporis

Dies ist ein Selfie des Selfies ohne Likes und Kommentare, das in einem Blitzlichtgewitter zusammengestellt wird. Specula Temporis ist das Bild hinter dem Bild eines Prozesses, der uns lehrt, dass die Wahrheit unseres Seins im grellen Schein des Egos zersetzt wird. Die Linse blickt nicht in Gesichter, sondern in die unheimliche Gleichförmigkeit derer, die sich gegenseitig im Labyrinth ihrer eigenen Gier nach Anerkennung jagen. Die Protagonistin, gefangen in einem Moment der vollkommenen Stille, ist die zentrale Figur eines Gerichts, in dem sie, die Anmut des Moments, sich der ewigen Anklage des Kollektivs stellen muss, gesehen und gemocht zu werden.

Jeder Blitz ist eine Welle der Vergänglichkeit, ein Schnitt in die Zeit, der die sinnlose Leere darin enthüllt, die sich hinter der Fassade der vermeintlichen Schönheit verbirgt. Die Sonne, die einst die Wahrheit unserer Existenz erleuchtete, ist nun ein kaltes, technisches Licht, das uns zu Marionetten macht. Die schattenhaften Gestalten mit ihren Kameras sind die Akteure eines perfiden Systems, die im Urteil der virtuellen Welt die eigene Seele zu zerstückeln sucht.

Ihre Augen, hinter dunklen Spiegeln verborgen, sehen nichts als das, was der Schein ihnen zu sehen erlaubt. Und doch liegt die wirkliche Wahrheit nicht im Schein, sondern in der Kraft der Intuition, die uns den wahren Glanz der Seele – in den unergründlichen Tiefen unseres Selbst und in den Augen eines anderen sehenden – finden lässt, selbst im Moment des Urteils einer nicht real existierenden Welt.