Fraktale Fragmente

Dies ist nicht das Portrait eines Menschen, sondern die Anordnung seiner Anteile. Fraktale Fragmente ist ein Dokument über die Zerschlagung des Ichs, ein Bericht über den ewigen, inneren Dialog, der uns unbewusst ständig zwingt zu handeln. Die Linse blickt nicht auf eine Person, sondern auf ein Verfahren, in dem das Selbst in seinen unzähligen, unversöhnten Bestandteilen vor sich selbst steht.

Ein jedes Stück ist ein Gedanke, eine Tat, ein Teil der Energie, die wir einst der Welt gaben. Die Makel auf der Haut, die markanten Linien in unseren Gesichtszügen, die zarte, wohlgeformte Rundung unserer Lippen – all das ist Form und Gestalt unseres Geistes. Doch diese Wahrnehmung unserer Selbst ist keine Garantie für die Wahrheit. Denn der Spiegel, den wir zu kontrollieren glauben, ist nur in unserer eigenen Wahrnehmung beständig. In seiner wahren Form aber ist er ein unentrinnbares Mosaik, dessen Facetten sich im ständigen Wandel der Existenz verändern, ohne dass wir es sehen wollen. Das ist die Schuld. Das ist die Scham. Das ist die Erkenntnis, die uns zum Handeln zwingt.

Dieses Bild ist der Anstoß zur Akzeptanz einer unbequemen Wahrheit: Unser Fokus sollte nicht in der geschönten makellosen Einheit unserer Sonnenseite liegen, und das wir uns insgeheim wünschen, das andere uns stets nur im Licht des Glanzes sehen, sondern im Mut, das Chaos unserer Persönlichkeit zu akzeptieren und die Wahrheit in den Rissen unserer Seele zu finden.