Dies ist der Augenblick, in dem das Antlitz der Verachtung in einem Chor der Gleichgültigkeit aufsteigt. Speculum contemptus ist das Werk, einer meisterhaften Untersuchung der Hybris, die dem Geschlecht der Targaryen so eigen war – eine Familie, die sich aufgrund ihres Drachenblutes und ihrer Macht für Götter hielt und ihre wahre Stärke im Spiegel der eigenen Verachtung verlor.
Die chorartige Anordnung der Figuren in diesem Bild ist kein Zufall; sie ist eine theologische Aussage. Die Gruppe von Gestalten, deren makellose, fast androgyn anmutende Gesichter von einem inneren, kalten Licht beleuchtet werden, sind keine Menschen mehr, sondern Monumente des kollektiven Hochmuts. Das weiße Haar ist das Emblem eines Erbes, das in der Geschichte von „Verrat, Wahnsinn und Inzest“ gezeichnet ist. Sie halten die Smartphones nicht als Werkzeuge der Erkenntnis, sondern als Reliquien eines Ritus, der uns lehrt, dass die Anbetung des eigenen Abbilds uns zu einer seelenlosen Ansammlung von Masken macht. Sie verweilen in einer heroischen Ruhe, die aus dem Hochmut erwächst, nicht einem höheren Zweck sondern nur sich Selbst zu dienen, doch dieser Zweck birgt nicht die Liebe der Erlösung, sondern ist die Kapitulation vor dem Anerkennen eigenen Identität.
Im dunklen, fast unwirklichen Hintergrund, wartet eine schattenhafte, geisterhafte Gestalt auf ihre Enthüllung. Es ist das Antlitz eines Drachen, eine Bestie von unvorstellbarem Ausmaß, die das Symbol des Verfalls, der Gewalt und des Untergangs ist. Die Figuren, in ihrer blinden Hingabe an die Perfektion, verweilen in einer tödlichen Harmonie, ohne zu bemerken, dass die wahre Macht, die sie umgibt, nicht von Anmut, sondern von ihrer eigenen Verachtung geboren ist. Der Spiegel, den sie in den Händen halten, ist kein Fenster in die Welt, sondern ihre Festung der Illusion.
